Buch "Von der Dampflok zum ICE"

Nachricht: Vom Triebwagen bis zum Großdiesel - Ostmecklenburgische Bahnwerk GmbH setzt Konsolidierungskurs fort

Seit zwei Jahren bietet die Ostmecklenburgische Bahnwerk GmbH (OMB) in Neustrelitz als Fachwerkstatt für die Instandhaltung von Schienenfahrzeugen nahezu aller Art seine Dienstleistungen an.
Das 1973 entstandene Werk gehörte bis zum 31. Januar 2003 zur Bahn AG und befindet sich heute zu jeweils 50 Prozent im Anteilsbesitz der PE Arriva AG und der Hugo Stinnes AG. "Wir sind schon vom ersten Tag an voll in die neuen Aufgaben eingestiegen. Mittlerweile hat sich das Werk am Markt etabliert und ist ein verlässlicher Partner für alle Auftraggeber geworden. Das Unternehmen hat sich am Standort gefestigt", schätzt Dr. Wolfgang Bacher, einer der Geschäftsführer des Werkes, ein.
Das OMB hat zwar vorwiegend im operativen Geschäft zu tun, konnte aber auch einige größere feste Aufträge übernehmen, die letztlich auch die Planungssicherheit bedeuten. So konnte ein Großauftrag des privaten Bahnanbieters Ostmecklenburgische Eisenbahngesellschaft mbH (OME) in einer Ausschreibung gesichert werden. Die OMB wird ab Mai 2005 die anstehenden Hauptuntersuchungen der zehn laufenden OME-Triebwagen vom Typ "Talent" übernehmen.
Das Werk bietet allen Bahnunternehmen seine Leistungen an. "Unser Plus sind das gut ausgebildete Fachpersonal und die vorhandene Spezialtechnik. Ich denke da unter anderem an die Unterflur-Radsatzdrehbank oder das elektrische Prüffeld", macht Geschäftsführer Hans Müller deutlich. Auch stellt man sich auf die Aufgaben der Zukunft ein, seit 2004 bietet die OMB den Einbau des ab diesem Jahr geforderten digitalen Zugbahnfunkes an. Das Werk führt die schwere Instandsetzung wie Hauptuntersuchungen durch, bietet tägliche Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an und kann Fahrzeuge aller Baureihen einer Modernisierung unterziehen. Rund 35 Prozent der Aufträge kommen derzeit von der Bahn AG. Darunter fallen unter anderem die Nachrüstung von Dieselloks der Baureihe 232 mit digitalem Zugfunk "MESA 23" oder die Instandsetzung von Netzinstandhaltungsfahrzeugen der DB.
Im Moment sind einige der 31 Arbeitsstände im Werk mit Loks der Baureihe ME 26, bekannt als Siemens-Dispoloks gefüllt. Sie erhalten Zusatzausstattungen wie Fahrtrichtungsanzeiger (Nahverkehrspaket) und eine neue Farbgebung für ihren Einsatz bei der Connex-Tochter Nord-Ostsee Bahn (NOB).
Ein weiterer Anteil der Aufträge kommt durch den Reimport von 20 Loks der Baureihen 221 aus Griechenland. Die Loks, die früher bei der Bundesbahn im Dienst waren und später nach Griechenland verkauft wurden, erfreuen sich bei privaten Eisenbahn-Verkehrsunternehmen (EVU) großer Beliebtheit. Drei der Loks (221 122, 117, 136) und haben sich inzwischen schon im Betriebsdienst bewährt, was für die Qualität der in Neustrelitz geleisteten Arbeit spricht. Eine vierte Lok der ehemaligen DB-Baureihe 221 (ex. 221 106) erhielt im Werk Neustrelitz eine komplette Instandsetzung und nagelneue Deutz-Dieselmotoren. Mit einer Leistung von 3000 PS hat die als 270.06 bei der Eisenbahn-Bewachungsgesellschaft Würzburg (EBW) im Dienst befindliche Lok ihre Bewährungsprobe bestens bestanden und war vom 20. Oktober bis 23. Dezember 2004 schon 600 Stunden in Betrieb. "Wir werden in kürze mit der Aufarbeitung einer weiteren 221 (221 134) beginnen, Interessenten sind dafür schon vorhanden", informiert Bacher.

Bernd Wüstemann, März 2005

Weitere Informationen:


MAK DE 2700-03 f?r die NOB im Bahnwerk... 221 117 der EFW im Au?enbereich... 221 136 der imoTrans auf Probefahrt in Waren...

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