Buch "Von der Dampflok zum ICE"

Nachricht: Ein Erfolgsmodell für Stuttgart - Die S-Bahn Stuttgart - seit 1978 auf Achse

Moment mal - Stuttgart und Eisenbahnclub Neubrandenburg?
Das hat schon seine Richtigkeit. Der Autor dieses Beitrages ist langjähriges Vereinsmitglied, studiert seit Herbst 2004 in Stuttgart und benutzt täglich die S-Bahn. Interessante Fakten für Gelegenheitsfahrer und geschichtsinteressierte Besucher sowie eigene Beobachtungen sind hier notiert.

Das Streckennetz:

Im Herbst 1978 hat die S-Bahn Stuttgart den Betrieb aufgenommen - zunächst mit lediglich drei Linien. Gemeinsamer Startpunkt war Stuttgart-Schwabstraße. Gemeinsam führen alle Linien auf dem so genannten Stammnetz unterirdisch bis zum Hauptbahnhof. Von hier an geht die S 1 weiter nach Plochingen. Die S 4 und S 6 führen weiter über Zuffenhausen nach Ludwigsburg bzw. Weil der Stadt. Am Endpunkt Schwabstraße befindet sich eine Wendeschleife, um die Bahnen schnell wenden lassen zu können.
Schon zu Beginn der 80er wurde das Netz ausgebaut. Zunächst wurde die S 4 bis Marbach verlängert. Später kamen noch die S 2 nach Schorndorf, die S 3 nach Backnang und die S 5 nach Bietigheim hinzu. Gemeinsamer Endpunkt blieb bis dahin der Bahnhof Schwabstraße.
Ab Herbst 1985 - mit Eröffnung des Hasenbergtunnels - fuhren dann die S 1 bis 3 dann auch über Schwabstraße hinaus und kamen so über Stuttgart-Vaihingen nach Böblingen bzw. Stuttgart-Rohr.
In den darauf folgenden Jahren wurden die S1, S2 und S3 immer weiter ausgebaut. Zur bisher letzten Erweiterung kam es 2001 mit Verlängerung der S2 vom Flughafen nach Filderstadt.
Am Verlauf der S4, S5 und S6 hat sich seit den Achtzigern nichts mehr geändert. Sie nutzen nach wie vor die Wendeschleife am Endpunkt Schwabstraße. Den heutigen Verlauf der Bahnen können Sie dem aktuellen Linienplan entnehmen.
Seit 1978 hat sich also allerhand getan, doch das Ende ist noch nicht erreicht. So ist der Start der S60 als Querverbindung der S1 und S6 von Böblingen nach Renningen für Ende 2008 anvisiert. Des Weiteren gibt es Pläne, die Endpunkte Marbach und Backnang über eine Linie zu verbinden.

Die Fahrzeuge:

Seit Beginn des S-Bahn-Zeitalters in Stuttgart prägen die ET 420 das Bild. Mittlerweile haben sie zwar ihr ehemalig orange-kieselgraues Gewand verloren, doch auch in verkehrsrot machen die Triebwagen eine gute Figur. Bis 1999 waren sie - mit einer betriebsbedingten Ausnahme (et420-online.de - Schmierseifenchaos) - Alleinunterhalter. Seitdem kommen auch die neuen ET 423 zum Einsatz. Allerdings beschränkt sich deren Einsatz fast ausschließlich auf die S1, S2 und S3. Noch sind aber die ET 420 der siebten und achten Bauserie - die erst 1990 bis '97 ausgeliefert wurden - zahlenmäßig in Überzahl. Das wird wahrscheinlich auch noch einige Zeit so bleiben: es ist beschlossen, die Stuttgarter ET 420 bis 2008 zu modernisieren.

Der tägliche Betrieb - Licht und Schatten:

Die S-Bahn ist aus dem Stuttgarter Raum heutzutage nicht mehr wegzudenken. Ihr ist es zu danken, dass das Herz der Großstadt von den Außenbezirken und dem Umland schnell und bequem erreichbar ist.
In der Hauptverkehrszeit meint man als Fahrgast die Leistungsgrenzen der S-Bahn zu erkennen. So erlebt man manchmal gerade dann, wenn man es im Berufsverkehr eilig hat, dass gewissermaßen ein Stau beim Einfädeln in das Stammnetz entsteht. Dann muss eine Bahn vor der Einfahrt in den Stadttunnel warten, dass der vorausfahrende Zug das Gleis geräumt hat. Die meisten Fahrgäste haben dieses Szenario schon einige Male miterlebt und nehmen es mit Humor, wenn von dem elektronischen Fahrgastinformationssystem verkündet wird, das der vorhergehende Streckenabschnitt durch einen anderen Zug noch belegt sei.
Abgesehen von solchen Engpässen verrichtet aber die S-Bahn über den Tag gesehen pünktlich und zuverlässig den Dienst - und dies hoffentlich auch weiter so erfolgreich, wie es seit 1978 geschieht.

Stefan Holtz, April 2005

Weitere Informationen:


In Bietigheim-Bissingen steht ein Triebwagen der Baureihe 420 als S5 n... 423 508 der Deutschen Bahn ist soeben mit der S3 aus Backnang in Stutt...

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