Buch "Von der Dampflok zum ICE"

Nachricht: Dampfbetrieb bei der MPSB

Am Osterwochenende gab es eine kleine Sensation auf der Strecke: der Verein der Freunde der Mecklenburg-Pommerschen Schmalspurbahn (MPSB) hatte endlich sein langjähriges, aber immer wieder verschobenes Versprechen wahrgemacht: Dampfbetrieb zwischen Schwichtenberg und Uhlenhorst! Das wollte ich mir nicht entgehen lassen und so machte ich mich am Nachmittag des 7. April 2007 auf den Weg zum Schwichtenberger Vereinsgelände. Dort gleich die erste Überraschung: die Veranstaltung stieß offenbar auf so großes Interesse, daß kein Parkplatz mehr zu finden war am Haltepunkt Schwichtenberg! Also fuhr ich weiter zum Findlingsgarten, wo es deren reichlich gab.

Ich ging dann das Stück die Straße zurück und kam nicht mehr ganz rechtzeitig an, um die Einfahrt des Dampfzuges aus Uhlenhorst einzufangen. Dafür war jetzt reichlich Zeit, den Hobby-Eisenbahnern beim Bekohlen und Wassernehmen der Feldbahn-Lokomotive zuzuschauen. Wie ich erfuhr, handelte es sich um die Maschine eines Eisenbahnfreundes aus der Umgebung von Frankfurt/Main, die dieser nach erfolgtem Werkstattaufenthalt im Dampflokwerk Meiningen am Wochenende für Fahrten in Schwichtenberg zur Verfügung gestellt hatte. Nicht ganz umsonst, denn es waren 2 EUR Dampfzuschlag zu entrichten, ein noch moderater Preis.
Hin- und hergerissen zwischen den beiden sich widersprechenden Vorhaben, das Ankuppeln der Lok an den Zug nach Uhlenhorst möglichst gut zu fotografieren oder noch einen Platz im ersten, offenen Wagen zu bekommen entschied ich mich für letzteres und hatte eine gute Wahl getroffen, denn so konnte ich das Lokpersonal aus nächster Nähe in Augenschein nehmen. Der Besitzer als Lokführer und ein Vereinsmitglied der Schwichtenberger als Heizer. Die kleine 2-achsige Feldbahnkokomotive hatte keine Schwierigkeiten mit den 3 vollbesetzten Wagen und hätte sicher noch mehr ziehen können. Dieser Typ soll allerdings nie in der Geschichte der MPSB auf deren Strecken gefahren sein.

Bei der Ankunft in Uhlenhorst wurde der Zug schon von einer größeren Menschenmege erwartet, die damit zurückfahren wollte. Ich gab also auch diesen Vorsatz und meinen Platz im Wagen auf, um die Stunde bis zur nächsten Abfahrt für Fotos vom Umfeld und einem gemütlichen Kaffee vom dort stationierten Barwagen zu nutzen. Sogar ein Kamerateam war vor Ort, am Abend konnte man einen kurzen Beitrag im N3-Nordmagazin sehen. Die Resonanz des Dampfbetriebes beim Publikum war überwiegend positiv; nur einige Unvorsichtige waren den Rauchwolken wohl zu nahe gekommen und trugen schwarze Rußteilchen davon.

Fast pünktlich kam das Züglein eine Stunde später wieder nach Uhlenhorst zurück. Diesmal entschied ich mich wegen der Windverhältnisse und der Erfahrungen der "geschwärzten" Reisenden für die Fahrt im geschlossenen Wagen. Zurück in Schwichtenberg fand ich noch Zeit, die kleine Ausstellung zur Bahn in der dazu umfunktionierten "Wellblechbude" zu besichtigen. Alles in allen eine gelungene Veranstaltung des dortigen Vereins, dem man für seine weitere Arbeit nur alles Gute wünschen kann!
Und wer weiß: vielleicht gibt es ja im nächsten Jahr wieder einmal eine Dampflok auf den Gleisen der MPSB?

Frank Hagemann, April 2007

Weitere Informationen:


Dampflok in Uhlenhorst... Erlebnis MPSB... In Schwichtenberg...

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